Rückblick auf den Kiesel Innovationstag 2026 im Coreum

 

Infrastrukturbau & Digitalisierung: Echte Baustellen, echte Learnings

 

So wird Digitalisierung im Infrastrukturbau greifbar

Stockstadt am Rhein, 19. Mai 2026

Fachkräftemangel, steigende Kosten, Termindruck und teils mangelhafte Planungsqualität – für viele Unternehmen im Infrastrukturbau gehört das zum Alltag. Gleichzeitig stehen sie vor der Herausforderung, wachsende Infrastrukturinvestitionen mit zunehmendem Wettbewerb in Einklang zu bringen.

Auch wenn Digitalisierung in vielen Bereichen längst angekommen ist, bleibt eine zentrale Frage:
Wie – und wie konsequent – wird sie in der Praxis eingesetzt?

Genau dieser Frage widmete sich der Kiesel Innovationstag 2026 am 19. Mai im Coreum. Rund 250 Teilnehmende aus ganz Deutschland – von kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu großen Marktakteuren – folgten der Einladung aus Branchen wie Galabau, Kanal- und Tiefbau sowie Abbruch- und Gleisbau.

 

 

 

Zusammenspiel von Maschinen, Prozessen und digitalen Lösungen

Für die Teilnehmer wurde Digitalisierung vor allem eines: greifbar. Anhand realer Projekte und konkreter Anwendungsfälle zeigte sich schnell, dass nicht die einzelne Maschine entscheidend ist, sondern das Zusammenspiel von moderner Technik, durchdachten Abläufen und digitalen Lösungen.

Uwe Herrmann, Vertriebsleiter Branche Bau bei Kiesel und verantwortlich für den Innovationstag, bringt es auf den Punkt:

„Produktivität, Entlastung und Sicherheit müssen zusammengedacht werden, um als funktionierende Systemlösungen Profit zu generieren.“ 

Wer vor Ort war, ging entsprechend mit konkreten Entscheidungsgrundlagen und einem klaren Bild darüber, welche Investitionen sich im eigenen Betrieb rechnen nach Hause.

Echte Baustellen, echte Learnings

Unter dem Motto „Echte Baustellen, echte Learnings“ gaben drei Unternehmen offene Einblicke in ihre Praxis – mit konkreten Zahlen, Erfahrungen und auch ehrlichen Blicken auf Herausforderungen und Lernkurven.

Praxiseinblick 1: Großkanalbau im städtischen Raum mit digitalen Zwillingen

Theo Heitkamp, Geschäftsführer der Firmengruppe Stewering, zeigte anhand einer realen Baustellensituation, wie komplex innerstädtischer Großkanalbau heute ist – technisch, organisatorisch und wirtschaftlich.

Durch den Einsatz digitaler Zwillinge und eine systematische Arbeitsvorbereitung lassen sich typische Risiken wie Planungsdefizite, fehlerhafte Bestandspläne oder Termin- und Kostendruck deutlich reduzieren.

Daten aus Drohnenbefliegungen, Georadar, Leitungsortung und 3D-Scans werden dabei in belastbare Planungsgrundlagen überführt. Auf dieser Basis können Baubarkeit, Abläufe und Leitungsverläufe gezielt optimiert werden. 

Sein Fazit:
Frühe Investitionen in Daten und digitale Methoden amortisieren sich schnell – durch weniger Stillstände, mehr Alternativen und effizientere Abläufe.

Praxiseinblick 2: Tiefbau nach Modell statt nach Gefühl

Im zweiten Vortrag zeigten Denis Kägbein (wk-bau GmbH) und Steven Cazacu (Makineo GmbH), wie sich Tiefbauprojekte durch einen durchgängigen digitalen Workflow steuern lassen – von der Planung über das Aufmaß bis zur Abrechnung. 

Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich:

  • 3D-Planungen decken frühzeitig Höhen- und Kollisionsfehler auf
  • Punktwolken und Scans schaffen belastbare Grundlagen für die Abrechnung
  • die Einbindung aller Beteiligten erhöht Transparenz und Akzeptanz

Damit wird deutlich: Digitalisierung ist nicht nur großen Unternehmen vorbehalten, sondern auch im Mittelstand erfolgreich umsetzbar.

Praxiseinblick 3: Neue Maschinenkonzepte für beengte Baustellen

Wie sich Maschinenkonzepte neu denken lassen, zeigten Claus Engel und Benedikt Weis von der Hornung Pflanzen GmbH & Co. KG

Im Fokus stand der Einsatz des KTEG P-Line Systems, verbaut an einem Hitachi Mobilbagger. Dieser übernimmt Aufgaben, für die sonst mehrere Maschinen notwendig wären, und sorgt so für effizientere Abläufe auf engen Baustellen. 

Neben der Technik wurde auch die Einbindung der Mitarbeitenden betont – von Kostentransparenz bis hin zu gemeinsamen Investitionsentscheidungen.

Praxis zum Anfassen im Coreum

Nach den Vorträgen führte ein Live-Drohnenflug durch den 80.000 m² großen Coreum Expo-Park direkt in den Praxisteil. 

Auf insgesamt 12 Aktionsflächen erhielten die Teilnehmer Einblick in reale Baustellenprozesse im Echtbetrieb.

Anschließend bestand die Möglichkeit,

  • Maschinen, Anbaugeräte und Technologien selbst zu testen
  • technische Details zu vertiefen
  • und sich direkt mit Experten auszutauschen

Im Mittelpunkt stand dabei immer die Frage:
Wie lassen sich neue Lösungen konkret im eigenen Betrieb einsetzen?

Austausch, Impulse und konkrete Entscheidungen

Der Innovationstag bot nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch Raum für intensiven Austausch.

Viele Teilnehmer hoben hervor, wie wertvoll die offenen Gespräche auf Augenhöhe waren – sowohl während der Veranstaltung als auch beim gemeinsamen Ausklang am Abend. 

Gerade dieser Mix aus Praxis, Austausch und konkreten Anwendungsfällen sorgt dafür, dass der Innovationstag für viele mehr ist als eine klassische Messe:
ein Ort für echte Entscheidungsgrundlagen und neue Impulse.

 

 

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Ausblick: Praxistage im Coreum

Das Coreum spielte auch beim Innovationstag 2026 all seine Stärken aus: als zentraler Treffpunkt für die Bau-, Umschlag- und Recyclingbranche, der nicht nur Raum für Austausch bietet, sondern vor allem praxisnahe Lösungen erlebbar macht.

Daran knüpft auch das nächste große Branchenevent an:
Vom 1. bis 3. Oktober 2026 finden im Coreum die Praxistage statt

Hier wird das gezeigte Zusammenspiel aus Maschinen, Anbaugeräten, digitalen Lösungen und Prozessen erneut im Mittelpunkt stehen – noch intensiver, noch praxisnäher und mit noch mehr Möglichkeiten, Technologien direkt im Einsatz zu erleben und zu testen.

Für viele Unternehmen bieten die Praxistage damit die ideale Gelegenheit, die beim Innovationstag gewonnenen Impulse weiter zu vertiefen, konkrete Fragestellungen aus dem eigenen Betrieb mitzunehmen und Lösungen gemeinsam mit Experten und Branchenkollegen weiterzuentwickeln.

So bleibt das Coreum auch über den Innovationstag hinaus ein Ort, an dem Innovationen nicht nur gezeigt, sondern greifbar gemacht und in die Praxis überführt werden.

 

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