Kiesel: Die Rhein Main Rohstoffe GmbH (RMR) aus Frankfurt am Main setzt auf Fuchs-Maschinen mit Elektroantrieb.

Emissionsfrei & wirtschaftlich

Das Unternehmen RMR GmbH ist ein junges Unternehmen und existiert erst seit 2015. Zusammen mit den Standorten in Siegen und Stockstadt verarbeitet das Recyclingunternehmen monatlich knapp 15.000 Tonnen Fe-Schrotte sowie 4.000 Tonnen an NE-Metallen. RMR befindet sich auf Expansionskurs, am Standort in Frankfurt arbeiten rd. 40 Mitarbeiter auf dem 30.000 Quadratmeter großen Areal, welches direkten Zugang zum Main hat. Hier am Hafen steht auch der Fuchs MHL870, dessen Aufgabe es ist, Material auf Schiffe zu verladen. In einer der großen Hallen arbeitet der MHL840, welcher die Bestückung der Schere übernimmt. Seit Mitte 2017 werden am Standort Frankfurt nun auch zwei Fuchs-Maschinen mit Elektroantrieb eingesetzt.

Schwerstarbeit: Der Fuchs MHL840 bestückt täglich etwa 12 bis 13 Stunden die große Schrottschere

 

Füchse beherrschen das Geschehen

Gleich beim Betreten des Betriebsgeländes trifft man auf die beiden Fuchs-Maschinen aus den Jahren 2015 und 2016, die mit dem Entladen, Sortieren und Verräumen des Materials oder der Bereitstellung von Material für die Verladung beschäftigt sind. In der Halle dahinter bestückt der neue elektrisch angetriebene Fuchs MHL840 an 12 bis 13 Stunden pro Tag die große Schrottschere – ein außergewöhnlich harter Einsatz. Aus diesem Grund ist die Maschine vollständig eingehaust, um Beschädigungen vorzubeugen. Nach dem Schervorgang wird das Material auf dem Freigelände verräumt und dann über eine neun Meter hohe Schutzmauer mit dem MHL870 auf die Schiffe verladen. Damit die Maschinenführer bei dieser Arbeit den Überblick haben, befindet sich der 870er auf einem 2,50 Meter hohen Pylon.

 

Warum E-Füchse?

Die Entscheidung für die elektrisch angetriebenen Füchse fiel aufgrund des Wunsches, Emissionen in Form von Abgasen und Lärm zu minimieren. Zudem sollen die Maschinen mit Elektroantrieb helfen, Kosten zu sparen, weil die E-Maschinen geringere Nebenzeiten haben, dort geringere Instandhaltungskosten anfallen, Komponenten wie z.B. der Motor deutlich kostengünstiger zu ersetzen und die Maschinen entsprechend langlebiger sind, sodass letzt-endlich die Total Costs of Ownership geringer ausfallen als bei der Dieselbetriebenen Variante. Leider gibt es auf dem Markt keine verlässlichen Aussagen zu den Kosten, sodass die Maschinen mit Stromzählern ausgestattet wurden. Somit hat das Unternehmen die Kosten der Maschinen laufend im Blick.

Der Pylon des MHL870 ermöglicht es dem Fahrer, über die Mauer zu sehen und beim Beladen der Schiffe den Überblick zu haben.

 

Es spricht immer dann viel für die Elektro-Variante, wenn die Maschine immer oder überwiegend an der gleichen Stelle betrieben wird. Gleichzeitig müsse man sich bewusst sein, dass man sich durch die Elektro-Variante ein Stück Flexibilität nimmt, weil die Maschine nicht so einfach zu versetzen ist. Was ebenfalls für die elektrischen Maschinen spricht, ist der ökologische Gedanke. Bernd Ott erklärt, dass es dem Unternehmen wichtig ist, unter Beachtung von Umweltgesichtspunkten zu agieren: „Da muss jeder ein bisschen aus der Komfortzone heraus, wenn sich insgesamt etwas für die Umwelt tun soll.“

Heute hätten die meisten Hersteller auch Elektro-Varianten im Angebot. Da die Entscheider bei der RMR genau wussten, was sie wollen, hatte sich die Auswahl der Hersteller deutlich reduziert. Den Ausschlag für die Fuchs-Maschinen hat letztendlich die Realisierbarkeit aller Sonderwünsche und die sehr stabile Auslegung der Maschine gegeben. Bei der Vorplanung waren auch die Konstruktion und der Sonderbau von Kiesel vor Ort, um die Wünsche des Kunden zu realisieren und auch die Konsequenzen dieser Wünsche zu diskutieren. Bernd Ott: “In Summe fühlten wir uns sehr gut betreut und haben durch das Projekt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kiesel nochmals vertiefen können.“

„Nach nunmehr 3.000 Betriebsstunden der beiden Geräte fällt das Fazit durchweg positiv aus“, erklärt Frank Balbach, Betriebsleiter der RMR. „Am Anfang war vor allem die geringere Flexibilität der Maschinen ein befürchtetes Manko. Um bei Problemen die Maschinen bewegungsfähig zu halten, haben wir ein Power Pack („Notaggregat“) angeschafft, welches für beide Maschinen verwendet werden kann. Nun können wir die Grundfunktionen der Maschine auch ohne Strom bedienen und die Maschine beispielweise schnell in die Werkstatt fahren. Auch war anfänglich geplant, die Verlademaschine regelmäßig zu verlegen. Wir haben schnell erkannt, dass dies nicht optimal ist und die Betriebsabläufe den Geräten angepasst, sodass die anfänglichen Befürchtungen ausgeblieben sind - das „Notaggregat“ wurde bis dato noch nicht gebraucht.“

Die Erfahrungen von Frank Balbach decken sich mit den Eindrücken der Maschinenführer bei RMR. „Anfangs musste ich mich erst daran gewöhnen, keine Motorengeräusche zu hören“, sagt Mika Cords, der Fahrer des MHL 870er. „Ich komme mit dieser Maschine sehr gut zurecht, man musste sich zuerst nur ein bisschen einarbeiten.“ Die Leistung sei absolut gleich wie bei der Dieselvariante. Auch wenn das Unternehmen keine Stammfahrer pro Maschine benennen kann, so nutzen doch immer definierte Personengruppen, die gut in die Bedienung eingewiesen sind, die Maschinen.

RMR hat die Erfahrung gemacht, dass die Maschinen von Fuchs robuster und langlebiger sind als die von vielen Marktbegleitern. Bernd Ott: „Zudem überzeugt die persönliche und fundierte Beratung von Stefan Rittersberger, welcher mit seinen Produkt- und Branchenkenntnissen oftmals Aspekte mit einbringt, welche uns helfen, die Arbeit produktiver und kostengünstiger erledigen zu können.“ Da das Konzept der Fuchs-Maschinen überzeugt, hat sich die RMR auch beim weiteren Ausbau der Umschlagskapazitäten für eine zusätzliche leistungsfähige Fuchs- Maschine entschieden.