Coreum trotzt Corona

Praxistage als Ersatz für Fachmessen in Pandemiezeiten

Zu Beginn des Jahres 2020 wirkte es noch wie eine vorübergehende Sicherheitsmaßnahme, im weiteren Verlauf des Jahres hat es sich zum Dauerzustand entwickelt: Fachmessen und -ausstellungen, mit die wichtigsten Kommunikationsplattformen unserer Branche, werden nach wie vor verschoben, abgesagt oder in digitaler Form abgehalten.

Auch die Coreum Praxistage im März mussten vorsichtshalber abgesagt werden. In der zweiten Jahreshälfte jedoch stellte sich das Coreum gemeinsam mit seinen Partnern den Herausforderungen und passte sein ohnehin schon erfolgreiches Konzept an die neuen Gegebenheiten an. Auf dem großzügigen Gelände, auf dem während der ruhigen Monate des ersten Halbjahrs zahlreiche Maßnahmen zur Umgestaltung durchgeführt wurden, lässt sich ein Konzept mit Abstandsregelungen zugegebenermaßen leichter umsetzen als in mancher Messehalle. Mit reduzierter Gästezahl, Online-Reservierungen und den uns allen bereits geläufigen Hygieneregelungen ging die Veranstaltung um den Tag der deutschen Einheit herum an den Start.

Wer sich anfangs noch sorgte, ob genug Kunden in dieser unsteten Zeit den Weg nach Stockstadt am Rhein auf sich nehmen würden, wurde im Laufe der Anmeldefrist eines Besseren belehrt, gegen deren Ende sogar Interessenten auf die nächsten Praxistage vertröstet werden mussten, weil die maximale Gästezahl bereits erreicht war.

Wer ein Ticket ergattert hatte, erlebte vom 2.-4. Oktober eine Fachveranstaltung, die Veranstalter mancher Regionalmesse neidisch machen dürfte. Geboten war alles von Maschinen über Anbaugeräte bis hin zu Fachvorträgen. Das Besondere an den Praxistagen liegt nicht nur in der Diversität, sondern insbesondere auch die Möglichkeit, die Produkte vor Ort live zu erleben und auszuprobieren. Eng getaktet wechselten sich Führungen mit Vorträgen und Demoshows ab. Langeweile ist bei den Praxistagen ein Fremdwort.

Die Vorführung des KTEG Copiloten, der smarten Baumaschine, ein Hitachi ZX250 im Sandkasten des Coreum

Und die Gäste kamen in Scharen, hielten Abstand und respektierten die Hygienevorgaben. Auch wenn das hieß, dass an der einen oder anderen Stelle Wartezeiten in Kauf genommen werden mussten. „Endlich wieder eine Gelegenheit, die Produkte, die mich aus meinem beruflichen Umfeld heraus interessieren, live zu erleben! Hier kann ich in Ruhe mit den Profis fachsimpeln und Gleichgesinnte treffen. Im Gegensatz zu den Fachmessen, wo alle unter Zeitdruck stehen, nimmt man sich hier Zeit für mich,“ so ein Maschinenführer, vom Gesamtpaket der Praxistage sichtlich beeindruckt. „Ich komme sicher wieder.“

Der Bagger als Geräteträger für verschiedenste Anbaugeräte - besonders von Vorteil auch im GaLaBau.

Auch die Partnerunternehmen loben die Atmosphäre der Praxistage. Ralf Sommer, Geschäftsführer der Kiesel Süd GmbH und verantwortlich für den Vertrieb im Süden Deutschlands zieht ein Fazit: „Wir waren mit fast unserer gesamten Vertriebsmannschaft vor Ort. Vom Fahrer, über den Einkäufer bis zum Unternehmer konnten wir Kunden aus ganz Deutschland begrüßen. Das hat viele für die ausgefallenen Messen in diesem Jahr entschädigt. Trotz aller Umstände ist eine Investitionsbereitschaft vorhanden, das stimmt uns alle sehr zuversichtlich.“

Im neu gestalteten GaLaBau-Bereich sah man viele strahlende Gesichter.

Björn Hickmann, Geschäftsführer der Coreum GmbH schwärmt: „Es ist eine Freude, zu sehen, wie viel Zuspruch die Veranstaltung findet. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir unseren Gästen trotz der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen das bestmögliche Erlebnis bieten können. Wir bedauern lediglich, dass wir nicht alle Interessenten einlassen durften. Aber wir freuen uns auf ein Wiedersehen im März 2021 zu den nächsten Praxistagen.“

Fachsimpeln trotz Corona? Geht nicht, gibt's nicht!