Schrott Bosch aus Dettingen hat zahlreiche Füchse aus vier Maschinen-Generationen im Einsatz.

Generationsübergreifend Blau

Das in der dritten Generation Familiengeführte Recycling-Unternehmen fährt schon seit Jahrzehnten Fuchs-Maschinen und hat einen engen Bezug zur dort verwendeten Technik. an den Standorten sind insgesamt 15 Fuchsmaschinen der Serien C, D, E und F in der Sortierung, der Beschickung sowie der Verladung im Einsatz.

Fast die ganze Familie Bosch bei der Übergabe des neuen MHL340F (v.l.): Christian, Stephan, Günter, Ralf, Helga und Ulrich Bosch vor der neuen Maschine.

 

Die Erteilung der Genehmigung zum Kleinhandel mit unedlen Metallen im Jahr 1953 markiert den Startschuss für das heute ca. 80 Mitarbeiter zählende Unternehmen Schrott Bosch. Das Hauptziel des Unternehmens ist, Metallabfälle und Schrotte wieder in den Kreislauf zurückzuführen und dem Markt durch spezialisierte Verarbeitung qualitativ hochwertige und fein verarbeitete Endprodukte anbieten zu können.

Neben dem Stammwerk in Dettingen und dem zweiten Werk in Deizisau verfügt Bosch noch über einen Standort zur Kabelverwertung sowie zwei Tochterunternehmen. bei Schrott Bosch zählt nicht die Durchsatzmenge allein, sondern „das Augenmerk liegt bei uns auf der Wertschöpfung“, wie Christian Bosch erläutert. Die Verarbeitung erfolgt so: Werden beispielsweise trocken gelegte Autos angeliefert, wird zunächst mit der Schere und in der Großschredder-Anlage zerkleinert, diese Anlage ist die einzige ihrer Art und Größe im Großraum Stuttgart.  Mit Hilfe von Windsichter und Elektro-Magnet werden dort auch die Stoffe herausgezogen, die nicht im Endprodukt Stahl enthalten sein dürfen. Das saubere Endprodukt geht dann in der gewünschten Größe direkt zu den Abnehmern.

Schrott Bosch ist sehr technisch orientiert und hat im Verhältnis zum Durchsatz sehr viele Maschinen im Einsatz, darunter fünf Scheren und zwei Pressen. Zu jeder Anlage gehört eine Maschine zur Beschickung. Zudem gibt es meist eine zusätzliche Maschine als Springer an jedem Standort, die zur Ausbildung und zum Transport oder auch für das Verladen von Schrottspänen mit dem Zweischalengreifer genutzt wird. Das Unternehmen hat seit vielen Jahren einen engen Bezug zu Fuchs, die heutigen Seniorchefs hatten bereits seit den Seilbaggern Fuchs-Maschinen im Einsatz. Bosch wurde auch bei der Entwicklung von neuen Maschinen durch Fuchs immer wieder befragt. So konnte Christian Bosch mit seinem Fahrer auch schon die F-Serie mit der Joystick-Lenkung vorab testen.

 

Spezialist für hochwertige Schrottverarbeitung

„Wir machen innerhalb vom Schrott fast alles, vom Containerdienst bis zur Aufbereitung und Weiterverarbeitung. In der Aufbereitung von Schrott sind wir gut aufgestellt und sehr spezialisiert“, erklärt Christian Bosch, einer der sieben Gesellschafter des Unternehmens. Die Mischfraktionen, die in der Schredderanlage entstehen, werden ebenso wie Kabel aller Arten aufbereitet. Zusätzlich entwickelt das Unternehmen auch Verfahren für die Aufbereitung neuer Stoffverbünde, hier ist das Unternehmen auch forschend tätig.

Das Material kommt aus Entfallstellen in einem Umkreis von 50 bis 100 Kilometern, die verarbeiteten Endprodukte werden an Stahlwerke, Gießereien, die Chemieindustrie und viele mehr teilweise weltweit vermarktet, daher ist es wichtig, dass das Material sich in Dichte und Zusammensetzung an den Anforderungen der Abnehmer orientiert, die per Schiff, Waggon oder Lkw beliefert werden.

 

Die optimale Maschine im Recycling

Christian Bosch, sein Bruder und seine Vettern haben sich von Kindesbeinen das Baggerfahren selbst beigebracht und fahren auch heute noch regelmäßig die Fuchs-bagger, um stets den Bezug zum Material, der Organisation des Hofs und den Maschinen zu behalten sowie die Mitarbeiter und deren Arbeitswelt besser zu verstehen. Christian Bosch hat sich über Jahre sehr intensiv mit den baggern auseinandergesetzt, um herauszufinden, welche Eigenschaften die optimale Umschlagmaschine haben muss, denn es ist durchaus eine Herausforderung, mit einer Maschine mit 44 Tonnen Einsatzgewicht und 18 Meter Ausladung filigran zu sortieren und im gleichen Arbeitsgang große Mengen zu bewegen. Zudem erfolgt häufiger Bodenkontakt beim greifen oder die Maschine muss Teile aus dem Haufen ziehen, was zu Verwindungen führen kann. Die Herausforderung für die Maschinen sind die speziellen Bewegungen, die für das Sortieren von Schrott notwendig sind: Zum einen muss der Greifer feinfühlig Teile herausnehmen können, zum anderen muss die Maschine diese dann aber auch mit Kraft über eine gewisse Distanz an einen Ort befördern. Dabei sollen die Mitarbeiter sich nicht nur gut mit den Materialien auskennen und diese von der Kabine aus identifizieren, sondern auch sehr gut mit der Umschlagmaschine umgehen können. Ein in der Schiffsverladung eingesetzter MHL350 belädt beispielsweise bis zu 250 Tonnen pro Stunde, was bedeutet, dass der bagger mit seinem sehr geübten Fahrer etwa zwei Ladespiele pro Minute mit jeweils 1,5 bis 2 Tonnen Ladung im Greifer bewältigen muss.

Da die Maschine immer am gleichen Ort eingesetzt wird, stellt die Elektromaschine AHL840D hier die Idealbesetzung dar: Durch den festen Einsatz der Maschine an diesem Ort konnte der Durchsatz deutlich erhöht werden.

 

In der Vergangenheit gab es durchaus Maschinen, die mehr auf Leistung getrimmt waren, sodass Feinfühligkeit und ruhiges Fahrverhalten zu kurz kamen. Diese Erfahrungen wurden durch Modifikationen ausgeglichen, die schließlich in die neuen Serien eingeflossen sind. Mit diesen Anpassungen wurde auch dafür gesorgt, dass der Stahlbau der Maschine nicht zu stark strapaziert wird – nur so wurde es möglich, dass der MHL360 der Serie C noch heute einwandfrei läuft und mittlerweile 18.000 Stunden geleistet hat.  In Deizisau kann man den MHL360C bei der Arbeit beobachten, dabei sieht man der gepflegten Maschine ihr Alter überhaupt nicht an. Karl-Heinz Dannenhauer führt mit ihr alle Arbeiten aus, die am Standort anfallen. Er hat über 12.000 Stunden der gesamten Laufleistung auf dieser Maschine gearbeitet und bis heute bilden Mensch und Maschine hier ein gutes und zuverlässiges Team.

Der MHL360C verrichtet immer noch zuverlässig seinen Dienst – Die Maschine ist äußerst gepflegt, sodass man ihr die 18.000 Stunden nicht ansieht.

 

Grundsätzlich werden die Maschinen bei Schrott Bosch weit über 10.000 Stunden gefahren, je nach Zustand und Reparaturanfall wird dann über 
die weitere Nutzungsdauer entschieden. Christian Bosch stellt fest, dass die Maschinen immer länger gefahren werden können und hat derzeit einen Favoriten: „Der bagger der Serie F ist die beste Maschine, mit der ich jemals gefahren bin. Er vereint das ruhige feinfühlige Arbeiten mit der hohen Leistung.“

Die Betreuung durch Kiesel ist nach Worten von Christian Bosch zu jeder Zeit erstklassig, es werde sich stets umgehend um alle Anliegen gekümmert. „Mit Alexander Tress ist das eine super Zusammenarbeit, das geht weit über die Beratung bei der Maschinenbeschaffung hinaus.

Das kenne ich nirgends besser, auch mit dem Service.“ Ebenso gut funktioniert die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Service mit Peter Sihler und Patrick Heilig von der Niederlassung Leonberg – das alles ist die Basis für die weitere gemeinsame und positive Entwicklung.