Die passende Schaufel entscheidet über die Effizienz des Radladers – Kiesel und Hitachi bieten ihren Kunden detaillierte Beratung 

Laden oder lösen macht den Unterschied

Oberflächlich betrachtet werden Radlader vorwiegend für den Umschlag eingesetzt, dennoch gibt es auch zahlreiche Einsätze, bei denen Radlader zum Lösen von Nagelfluhwänden oder im flächigen Erdbau eingesetzt werden. Wie gut und effizient der Radlader eingesetzt werden kann, hängt nicht nur von der Auswahl der richtig dimensionierten Maschine, sondern auch sehr stark von der Konfigurierung der passenden Schaufel ab. Kiesel legt besonderen Wert auf die individuelle und einsatzspezifische Beratung, um die optimale Maschinenkonfiguration für jeden Kunden zu gewährleisten. 
 

Radlader Hitachi ZW150-6 im Einsatz

1. Festlegung der Maschine

Am Anfang steht  die Festlegung der für den Einsatz angemessene Maschinengröße und des passenden Typs. Um maximale Arbeitseffizienz sicherstellen zu können, muss der Radlader als Teil einer Systemlösung gesehen werden. Deshalb ist es essentiell, den Radlader nicht nur alleine auf Basis des Schaufelvolumens oder der Umschlagsleistung zu dimensionieren, sondern in Abhängigkeit zu den anderen eingesetzten Maschinen, z.B. die Größe der eingesetzten Brecher, welche Skw oder Lkw in welchen Intervallen beladen müssen und welche Strecken der Radlader dabei zurücklegen muss. Des Weiteren muss vorrangig geklärt werden, ob die Maschine als reine Lademaschine eingesetzt und/oder zum Lösen von Materialien eingesetzt wird.


2. Allgemeines zur Schaufel

Grundsätzlich muss auf die richtige Dimensionierung der Schaufel geachtet werden. Generell ist eine Rad- 
laderschaufel im „goldenen Schnitt” dimensioniert, d.h. Breite, Höhe und Tiefe stehen in einem ausge- wogenem Verhältnis. Die Schaufelbreite muss größer als die Breite der Reifen sein, um eine freischneidende Wirkung zu gewährleisten. Dies stellt ein optimales Eindringen sicher und schont gleichzeitig Reifen und 
 Maschine. Bei harten Einsätzen wie im Steinbruch kommen auch Reifenabweiser zum Einsatz.


3. Bestimmung der Schaufel in allen Details

Ist die passende Grundmaschine gewählt, lässt sich ausgehend von deren Kipplast bei vollem Lenkeinschlag die daraus resultierende Nutzlast berechnen. Die Gesetzgebung (ISO 14397-1) verlangt, dass die Nutzlast 50% der statischen Kipplast nicht überschreitet. Dies entsprichteinem Standsicherheitsfaktor von zwei.
 

Materialien unterscheiden sich sehr stark in Bezug auf Dichte und Füllungsgrad und üben damit einen enormen Einfluss auf Standsicherheit, Verschleiß, Spritverbrauch und Arbeitseffizienz aus. Wird die Maschine für Lade- und Lösearbeiten verwendet, bzw. müssen verschiedene Materialien verladen werden, empfiehlt sich die Verwendung eines Schnellwechslers zum raschen Wechsel zwischen den Anbaugeräten.  Hierbei ist zu beachten, das Gewicht des Schnellwechslers von der Nutzlast abzuziehen ist.  Dieser erhöht die Effizienz der Maschine und schont gleichzeitig Schaufel wie Maschine.

Grundsätzliche stehen verschiedene Schaufeltypen zur Auswahl, die nachfolgend kurz beschrieben:


Universalschaufel

  • Die    Schaufel    für    den    universellen    Einsatz,    erhältlich     mit rundem oder flachem Boden.
  • Ein    runder        Boden    gewährleistet    durch    1-2°    Freiwinkel     einen geringen Bodenkontakt und somit ein gutes Ein dringen in das Haufwerk.
  • Bei    flachem    Boden    steht    das    Abziehen    und    Reinigen     des Untergrunds im Vordergrund.
  • Schaufel    ist    mit    konvexen    (vergrößern    Schaufelvo lumen) oder geraden Seitenwänden (besseres Ein dringverhalten) erhältlich. 

Erdbauschaufel

  • Hier    stehen    bestmögliches    Eindringen    und    hohe     Grabkräfte im Vordergrund.
  • Standardmäßig    mit    Zähnen    und    konkaven    Seiten wänden ausgestattet. Der flache Boden wird häufig  für Erdbewegungen, im Landschaftsbau und beim  Entfernen von Deckschichten verwendet (leichtes  Reinigen und Einebnen des Geländes).

Eine Felsschaufel mit rundem Boden, Trapzeschneide, zusätzlichem Verschleißschutz und Zahnsystem. Diese Schaufel ist für das Verladen von Fels oder Bauschutt geeignet.

Felsschaufel

  • Ähnlich    der    Erdbauschaufel    für    hohe    Reißkräfte     und höchste Verschleißansprüche ausgelegt.
  • Ausgestattet    mit    Zähnen,    konkaven    Seitenwänden     und zusätzlichem Verschleißschutz.
  • Deltaschneide    empfehlenswert,    verbessert    durch         spitz zulaufende Form das Eindringverhalten. 
     

Leichtgutschaufel

  • Großvolumige,    dünnwandige    Schaufel,    ausschließ lich für die Verladung von leichten Materialien, wie  z.B. Müll oder Kompost (bis maximal 1,0 – 1,1 t/m3)  geeignet.


Hochkippschaufel

  • Reicht    die    Hubhöhe    des    Radladers    nicht    aus,    empfiehlt sich der Einsatz einer Hochkippschaufel.
  • Verlagert    den    Schaufeldrehpunkt    nach    oben, um das Befüllen von WalkingFloors, Silos oder anderen hohen Behältern zu ermöglichen.
  • Nicht    zum    Lösen    geeignet.


Niederhalterschaufel

  • Mit    einer    hydraulischer    Klammer    für die Arbeit mit Sperrgut und sehr leichten Materialien wie Papier und Plastik ausgestattet. Durch die Klammer wird das Material zusätzlich ver dichtet bzw. das Volumen extrem ver   größert.    
    (Zulässige    Nutzlast    beachten!)

4.  Auswahl der Sonderfeatures wie Überlaufschutz, Form der Grundschneide und Verschleißteile

 

  • Der    V-Überlaufschutz leitet durch seine spezielle  Form das Schüttgut zur Seite und schützt dadurch  das Hubgerüst vor etwaigen Schäden.
  • Bei    Leichtgut-    oder    Hochkippschaufeln    sind    Gitter  mit Sichtöffnungen sinnvoll, damit der Fahrer eine  bessere Übersicht über seinen Arbeitsbereich behält. •    Für    Felsschaufeln    und    im    Bauschuttrecycling    bietet     sich ein Rohrgitter an.
  • Grundschneide: Die gerade Schneide ist für die  meisten Anwendungen geeignet und bietet hohe  Ausbrechkräfte und ein homogenes Auskippver halten. Bei Felsschaufeln hat sich vor allem die  Deltaschneide durchgesetzt. Sie reduziert zwar in  geringem Maße die Ausbrechkraft und die Auskipp höhe, ermöglicht aber ein gutes Eindringen.
  • Verschleißschutz: Die verschleißanfällige  Schaufel schneidkante muss  besonders geschützt werden.  Ein Untermesser wird an die Schneide angeschraubt  und ist ein gängiger Verschleißschutz für Leichtgut-  und Hochkippschaufeln.
  • Das    dreiteilige Unterschraubmesser ist dreh- und  wendbar und somit für den Einsatz des Radladers  bei abrasiven Materialien auf Langlebigkeit aus gelegt. 
  • Durch    die        Verwendung    von    Zähnen bei Erd- und  Felsschaufeln wird  die Kontaktfläche beim Material eindringen im Lösevorgang  verringert und das Ein dringverhalten der Schaufel optimiert. 
  • Weiter        verbesserten    Verschleißschutz    bieten    die     Zwischenzahnsegmente, welche vor allem bei Fels schaufeln zum Einsatz kommen. Untermesser und     Zahnsystem    sollten    nicht    kombiniert    werden,    weil        dadurch    die    Vorteile    von    Messer    und    Zähen    nicht     mehr greifen.
     

Ein Unterschraubmesser wurde nachträglich an das Zahnsystem geschweißt. Dies verschlechtert das Eindringverhalten, den Maschinenschwerpunkt und den Kraftstoffverbrauch.

5.Mögliche Fehler im Arbeitsalltag 

In der Praxis hat sich gezeigt, dass oftmals Unter- messer   und Zahnsystem   kombiniert   werden   in   dem das Messer an die   Zähne   geschweißt   wird.   Allerdings   wird dadurch die Schaufel sowohl der Vorteile des Messers als   auch   der   Vorteile   der   Zähne   beraubt.   Das   verbesserte   Eindringverhalten   der   Zähne   ist   nicht   mehr   gegeben, erhöhen dafür aber den Widerstand beim Eindringen   der   Schaufel.   Zudem   verlagert   sich   das   Gewicht   der Schaufel weiter nach vorne und verschlechtert somit die Standsicherheit des Radladers. Von dieser Art der „Modifikation“ ist in jedem Fall abzuraten.

Asymmetrische Abnutzung des Unterschraubmessers. Zur Vermeidung sollte dieses frühzeitig gewendet, bzw. gewechselt werden