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Serviceprojekt Saat statt Minen
Ob “Danger! Mines!” oder “Peligro! Minas!” – Das Schild mit dem Totenkopf und dieser unheilverkündenden Aufschrift steht weltweit für das Zeugnis einer Vergangenheit, die von Gewalt, Tod und Krieg geprägt war.
Obwohl Länder wie Kambodscha und Nicaragua augenscheinlich Frieden gefunden haben, lauert dort immer noch eine ständige tödliche Gefahr: Minenfelder machen ein freies, unbeschwertes und normales Leben für die Bevölkerung unmöglich, gleichzeitig bleiben potentielle reiche Ressourcen ungenutzt. Für Länder wie diese, deren Wirtschaft hauptsächlich auf Agrarwirtschaft basiert, hat die Präsenz der Minen dramatische Auswirkungen, nicht zu vergessen die Lebensqualität der Bevölkerung, die von Angst und Schrecken dominiert wird.
Diese oder ähnliche Gedanken müssen Herrn Amamiya durch den Kopf gegangen sein, als er 1995 in Zusammenarbeit mit Hitachi ein firmeninternes Projekt zur Entwicklung von Minenbeseitigungsmaschinen ins Leben rief. Das Gerät, das unter seiner Führung und Anleitung entstand, vereint zwei wichtige Eigenschaften: Die gefahrlose Entsorgung der Minen und die gleichzeitige Kultivierung des Landes. Gleichzeitig findet damit die höchstgefährliche und ineffiziente Arbeit der manuellen Minensuche – die Entfernung aller Minen weltweit würde über 1000 Jahre dauern und zahlreiche Menschenleben fordern - ein Ende. Der Hitachi Mienenräumer arbeitet zwanzigmal schneller als die manuelle Räumung und gefahrloser.
Die Geräte arbeiten so effizient und erfolgreich, dass bereits über 50 Maschinen in den Krisengebieten weltweit im Einsatz sind.
Die Firma Kiesel nahm ihr 50-jähriges Firmenjubiläum zum Anlass, ihren persönlichen unternehmerischen Beitrag zu diesem Projekt zu leisten. Statt Geschenken bat Kiesel um eine Spende für das Projekt "Saat statt Minen". Mit großzügiger Unterstützung von Kunden und Lieferanten konnte Kiesel die stolze Summe von 70.000 € überreichen.
Die Spende wird für das Schulprojekt in Rosei Ro verwendet:
Das Dorf Slab Pang ist mit seinen 492 Einwohnern seit 2001 staatlich anerkannte und liegt im Nordwesten von Kambodscha in der Province Batambang. Das rund 1.007 ha große Gebiet von Ou Slab Pang teilt sich in Siedlungsgebiet (240 ha), Reisfelder (452 ha), Obstplantage (10 ha) und 300 ha Minengebiet auf.
Vor allem die beiden Siedlungen Rosei Ro und Prey Preal sind noch stark vermint. Die beiden informellen Siedlungen befinden sich in unmitterlbarer Nähe von Ou Slab Pang (Prey Preal ca. 3,5 km, Rosey Ro ca. 3 km). Obwohl die Gemeinden so dicht aneinander liegen, sind die Verbindungen sehr schlecht - nur ein Pfad, der besonders in der Regenzeit kaum passierbar ist, verbindet die Dörfer.
Im Jahr 2009 konzentrierten sich die Tätigkeiten von GEJ auf den Bau einer Schule in Rosei Ro. Zuvor dienten drei selbst erbaute Holzhütten – teilweise ohne Seitenwände – als Schule für 144 Schulkinder in Rosei Ro. Außerdem war die Schule nicht staatlich anerkannt ist, so dass die Kinder nur wenige Stunden Unterricht hatten und kein offizielles Schulzeugnis erhielten.
Mit Hilfe der „Saat statt Minen“-Spende wurde innerhalb weniger Monate der Bau eines neuen Schulgebäudes mit festen Wänden und wasserdichtem Dach, das auch in der Regenzeit gute Bedingungen für den Unterricht gewährleistet, umgesetzt.
Das Gebäude verfügt über drei Klassenräume mit jeweils 20 Tischen und einer Tafel sowie einem separaten Lehrerzimmer. Um eine unabhängige Versorgung der Schule zu garantieren, wurde sie mit eigenen Toiletten, einer Müllverbrennungsanlage, zwei Wassertanks sowie einem Handbrunnen ausgestattet. Vier Lehrer unterrichten die Kinder jeweils zwei Stunden pro Tag und erhalten dafür einen monatlichen Lohn von umgerechnet 15 US$. MIt dem Einzug in das neue Gebäude erhielt die Schule auch die staatliche Anerkennung, so dass die Kinder künftig einen offiziellen Abschluss erhalten werden.
Im Mai 2009 fand die feierliche Einweihung der Schule, die auf den Namen "Rosei Ro Kiesel Grundschule" getauft wurde, statt.



















