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Kiesel liefert hochmobilen Leistungsträger

Hitachi-35-Tonnen-Kettenbagger mit absetzbarem Gegengewicht

ZX350LCN-3

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Absetzbare Gegengewichte kennt man vor allem von Großbaggern deutlich jenseits der 50 Tonnen, da mit ihnen das Handling bei Ortswechseln (z.B. Abbruch, Straßen- und Tiefbau, etc.) spürbar erleichtert wird. Aber auch bei den kompakteren und in der Praxis wesentlich häufiger zu versetzenden 35-Tonnen-Geräten rechnet sich die erhebliche Reduzierung des Maschinengewichts: Zuggewichte unter 40 Tonnen ermöglichen günstigere und wesentlich flexiblere Tiefladertransporte in Eigenregie, was die Baustellenlogistik und Fuhrparkplanung deutlich optimiert.

Seit Ende 2007 arbeitet die Waibstädter Hauck Baugesellschaft deshalb mit einem Hitachi ZX350LCN-3, der vom deutschen Hitachi-Partner Kiesel mit einem hydraulisch absetzbaren Kontergewicht ausgerüstet wurde. Nach rund 2000 Betriebsstunden hat sich das im Ein-Mann-Betrieb bedienbare System sehr gut bewährt, wobei der 35-Tonnen-Bagger insbesondere im lastintensiven Tiefbau vollauf überzeugt.

Flexibilität gefragt
Die Hauck Baugesellschaft ist Teil der insgesamt 120 Mitarbeiter starken Hauck-Unternehmensgruppe. Mit Sitz im nordbadischen Waibstadt engagiert sich das Fami-lienunternehmen darüber hinaus in den Bereichen Transportbeton, Recycling und Erddeponien. Hauptfelder der Bausparte unter Geschäftsführer Jürgen Ebert sind der Straßen- und Tiefbau, Projekte im Spezialtiefbau sowie der allgemeine Industrie- und Gewerbebau mit zugehörigen Abbrucharbeiten. Insgesamt 15 Großgeräte über 20 Tonnen umfasst der Hauck-Maschinenpark, der bei Aufträgen im Radius von rund 100 Kilometern um Waibstadt eingesetzt wird.

Ende 2007 musste die Baggerflotte um ein leistungsfähiges Gerät ergänzt werden. Der neue Bagger sollte insbesondere im Tief- und Kanalbau regelmäßig auftretende Hublasten von über 12 Tonnen auf großen Reichweiten bewegen können und dabei zudem mit vielseitigen Anbauten eine große Einsatzflexibilität bieten. Den von Michael Hautzinger, Leiter Disposition, und Reinhard Hönig, Werkstattleiter/Geräte, definierten Anforderungen entsprachen letztlich nur Bagger der 35-Tonnen-Klasse, die allerdings aufgrund hoher Transporttonnagen erhebliche Einschränkungen in der Hauck-Baustellenlogistik bedingt hätten. Als Alternativen zu den üblichen Transporten mit eigenen Kombinationen aus Dreiachs-Zugfahrzeug und Vierachs-Tieflader (66 t mit Son-dergenehmigung) standen nur die Investition in einen eigenen Sattelzug oder der Rückgriff auf Fremdfahrer mit allen Nachteilen bei Kosten und aufwändigen Terminierungen.

Auf Anregung der Mannheimer Kiesel-Ungeheuer-Niederlassung mit Projektleiter Michael Voss wurde schließlich ein ganz anderer Weg eingeschlagen: nach über-zeugenden Leistungstests der Basismaschine Hitachi ZX350LCN-3 entschied man sich zur Ausrüstung mit einem hydraulisch absetzbaren Kontergewicht. Der von Hitachi-Ingenieuren in enger Abstimmung mit Kiesel-Spezialisten berechnete Umbau reduziert das je nach Ausführung um 34 Tonnen liegende Maschinengewicht auf schlanke 25 Transporttonnen. Nach Anlieferung des speziellen Neugeräts mit hydraulischer Absetzvorrichtung übernahm die Stockstädter Kiesel-Niederlassung den weiteren Umbau in nur einer Woche und realisierte dabei diverse weitere Anpassungen auf Kundenwunsch.

Uneingeschränkte Leistung
Bei der Konzeption dieser Sondermaschine standen die uneingeschränkte Leistungs-fähigkeit des 202 kW starken Basis-Geräts und die schnelle und sichere Ein-Mann-Bedienung im Vordergrund. Tatsächlich montiert Baggerführer Peter Joho das 7,2 Tonnen schwere Kontergewicht in nur 15 Minuten – Ent- oder Verladung auf das Dreiachs-Zugfahrzeug mit eingerechnet.

Am Lasthaken übernimmt und positioniert der Bagger per doppelter Lastkette an zwei Ladeösen das Gegengewicht am Boden. Nach Drehung des Oberwagens schwenkt der zentrale Lastarm der Gegengewichtshydraulik mit den beiden Bolzenaufnahmen aus und der Bagger fährt rückwärts in die Aufnahmeposition. Ist kein Einweiser verfügbar, ermöglicht die serienmäßige Rückfahrkamera das zielgenaue Manövrieren. Nach Einsetzen der beiden Verbindungsbolzen, aktiviert der Baggerführer das Anheben des Kontergewichts über eine Kabelfernbedienung und sichert das Gegengewicht über jeweils zwei Sicherungsplatten und Schraubverbindungen vom Boden aus.

Sowohl das Handling als auch die Montage des Kontergewichts erfolgen so unter absolut sicheren Arbeitsbedingungen. Dazu trägt auch das geringere Gewicht des Ab-setzmoduls gegenüber der Festversion bei, wobei die am Basisgerät montierte Auf-nahmehydraulik die knapp 800 kg Mindermasse weitgehend kompensiert. Zusätzlich baut das Absetzgewicht geringfügig länger, was zwar Hecküberstand und Heck-schwenkradius etwas erhöht (+ 50 mm; + 150 mm), dem modifizierten Hitachi ZX350LCN-3 mit 3,0-m-breitem Unterwagen (Bodenplatten: 600 mm) durch den ver-änderten Schwerpunkt allerdings dieselbe große Standfestigkeit wie dem Standardgerät verleiht.

Diese muss das Gerät in der Hauck-Baustellenpraxis auch täglich unter Beweis stellen. Insbesondere im Kanalbau treten regelmäßig Hublasten von über 12 Tonnen auf, die zudem auf beengtem Raum sehr präzise zu positionieren sind. Auf Kundenwunsch montierte Kiesel deshalb am 3,20-m-Stiel (Ausleger 6,40 m) des Hitachi ZX350LCN-3 eine zusätzliche Lastöse: um 800 mm vom Schwenkbolzen nach hinten versetzt, hebt die Aufnahme sicher bis 14 Tonnen und bietet so ausreichende Reserven im Graben-Handling von Betonrohrelementen oder Passstücken. „Kraft und Feinfühligkeit stimmen, gerade im Grabeneinsatz zeigt der Hitachi echte Stärken“, kommentiert Bagger-führer Peter Joho die Performance des ZX350LCN-3.

Als Universalgerät überzeugt der Zaxis-Bagger zudem mit diversen Grab- und Räumschaufeln am Lehnhoff-Schnellwechsler HS 25. Die leistungsfähige Hydraulik betreibt im Tiefbaueinsatz Rammbär und Anbaufräse und erlaubt dank Vollverrohrung des Auslegers auch den Einsatz von Hydraulikhämmern oder Greifern bei Abbrucharbeiten.

Zufriedenes Fazit
Nach rund 2000 Betriebsstunden ist das Fazit aller Hauck-Verantwortlichen durchweg positiv. Der umgebaute Hitachi ZX350LCN-3 erreicht die Leistungswerte der Stan-dardmaschine und überzeugt mit den Vorteilen einer stark vereinfachten Logistik. „Mit eigenen Fahrzeugen können wir schneller disponieren, holen zur Not den Bagger auch noch abends von der Baustelle und sind nicht auf Spediteure und deren Verfügbarkeit angewiesen“, resümiert Geschäftsführer Jürgen Ebert zufrieden die Erfahrungen. Gerade durch diese Erleichterungen ließen sich die anfallenden Mehrkosten von ca. 3 % gegenüber der Standardmaschine schnell amortisieren.

Bilder

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Als leistungsfähige Universalmaschine überzeugt der Hitachi ZX350LCN-3 mit absetz-barem Gegengewicht bei der Hauck Baugesellschaft.

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Das Bewegen enormer Hublasten zählt zum Tagesgeschäft im Kanal- und Tiefbau.

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Am Lasthaken nimmt der Hitachi ZX350LCN-3 das absetzbare Gegengewicht selbst auf und verfährt es sicher in Montageposition.

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Die serienmäßige Rückfahrkamera ermöglicht die sichere und schnelle Positionierung des Gegengewichts im Ein-Mann-Betrieb.

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Per Kabelfernbedienung nimmt Baggerführer Peter Joho das 7,2 t schwere Gegengewicht auf.

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Das Gegengewicht wird einfach durch Schraubverbindungen vom Boden aus gesichert.

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Hauck-Polier Marc Schober, Baggerführer Peter Joho und Michael Voss, Kiesel-Ungeheuer Niederlassung Mannheim.