Herzstück der neuen Förderanlage

Die schienengebundene elektro-hydraulische Umschlagmaschine Mantsinen 120 ES HybriLift® wird künftig bei Zellstoff Rosenthal die Anlagentechnik mit Rundholz beschicken.

Symbolische Schlüsselübergabe (v. l.): Marcel Dietzsch, Tobias Albert, Achim Seidel (alle Rosenthal), Kundendienstleiter Mario Oehmigen, Vertriebsleiter Henry Berthold, NL-Leiter Hirschfeld Hans Neidlein sowie Vertriebsrepräsentant Sven Scheuner (alle Kiesel).

Bei der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH in Blankenstein sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Ein ganz neuer Betriebsteil mit Förderanlage, Gleisen und weiteren Verkehrswegen entsteht am Rande des bisher schon weitläufigen Betriebsgeländes des über 130 Jahre alten Unternehmens. Mittendrin: Ein neuer Mantsinen 120Hybrilift®, der durch seine große gelbe Kabelrolle schon weithin als elektro-hydraulisch angetriebene Umschlagmaschine erkennbar ist, dominiert das Gelände.

Die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH ist ein Tochterunternehmen der Mercer International Inc. und produziert jedes Jahr rund 360.000 Tonnen Kraftzellstoff höchster Güte, die Produktion der gesamten Gruppe liegt bei etwa 1,5 Millionen Jahrestonnen. Seit 1999 ist das Werk modernisiert und produziert seither mit dem Sulfatprozess auf umweltschonende Weise Kraftzellstoff der an Kunden aus der Papierindustrie in Mitteleuropa vertrieben wird. Zusätzlich erzeugt das Unternehmen Wärme und Strom aus nachwachsenden Rohstoffen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Mit rund 380 Mitarbeitern und Auszubildenden sowie 63 Beschäftigten im Tochterunternehmen Mercer Holz Süd GmbH, welches für den Einkauf und Transport von Rundholz und Hackschnitzeln zuständig ist, gehört das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern der Region. Das Schwesterunternehmen, die Zellstoff Stendal GmbH, arbeitet seit Jahren ebenfalls erfolgreich mit Mantsinen-Umschlagmaschinen.

Individuell angepasste Umschlagmaschine 
Dieser Mantsinen 120Hybrilift®, der im Oktober 2016 offiziell übergeben wurde, wurde wie alle Maschinen des finnischen Herstellers individuell nach den Vorgaben und Anforderungen des Kunden gebaut. Die Maschine verfügt mit 5,10 Meter Spurweite über ein sehr schmales Achsenmaß für seine Schienen. Für die Standsicherheit wurden daher zusätzliche zehn Tonnen an Schwerlastbeton in den Portalfüßen untergebracht. Zur weiteren Sicherung ist der Mantsinen mit so genannten Schienenzangen ausgestattet. Die Reichweite des Krans ist ebenfalls beachtlich: Ganze 23 Meter misst er von der Mitte des Drehkranzes bis hin zum Stielbolzen. Das serienmäßig in dieser Maschine verbaute HybriLift®-System ermöglicht dem Anwender einen äußerst energieeffizienten Rundholzumschlag mit einer Energieersparnis von bis zu 35% verglichen mit herkömmlichen Systemen.

Der Mantsinen verfügt über drei Anbauwerkzeuge, die mittels vollhydraulischem Schnellwechselsystem in kürzester Zeit gewechselt werden können: ein Holzgreifer, ein Schüttgutgreifer sowie ein Lasthaken stehen zur Verfügung, um die anstehenden Arbeiten zu erledigen: Der Kran wird nach Abschluss der Bauarbeiten und der Testphase vor allem große Mengen an Rundholz aus Waggons entladen und auf das Transportsystem der Holz-Zulieferanlage aufladen. Dabei kann das Kiefernoder Fichtenholz unterschiedliche Maße haben: Hier gibt es Holzstämme von 8 bis 80 cm Durchmesser sowie zwischen zwei und vier Metern Länge. Künftig werden hier zwischen 350.000 und 400.000 Festmeter Holz pro Jahr verladen und verarbeitet. Verschiedene Hebearbeiten oder auch das gelegentliche Verladen von Schüttgut werden künftig ebenfalls durch den Mantsinen erledigt.

Die Maschine wird auf einer Schienenanlage mit einer Fahrstrecke von insgesamt 105 Metern bewegt. Ihre Portalfüße sind so hoch, dass große Lkw problemlos unter ihr passieren können, um dort be- oder entladen zu werden. Diese Höhe ist ebenfalls wichtig für das Unternehmen, denn eine Rettungszufahrt für die Feuerwehr in diesen Teil des Betriebes verläuft ebenfalls unter dem M120 ES hindurch.

„Vor allem die Leistung zählt!“
Bis zur symbolischen Übergabe mit Schlüssel und Torte lag ein langer Weg vor dem Vertriebsleiter für Umschlagmaschinen, Henry Berthold und seiner Mannschaft. Zunächst erfolgte die Teilnahme an der europaweiten Ausschreibung über ein externes Büro, dann hatte Kiesel die Möglichkeit, den Verantwortlichen von Rosenthal eine Maschine in Leverkusen vorzuführen: Hier war Achim Seidel, stellv. Abteilungsleiter Holzverarbeitung und Maschinenführer mit langer Berufserfahrung, sofort von der Standfestigkeit und der Leistung der Umschlagmaschine begeistert. „Für uns ist vor allem die Leistung entscheidend, die eine solche Maschine bringt. Unser Ablauf in der neuen Bestückungsanlage hängt von der Zuverlässigkeit dieser Maschine ab“, so Seidel. Ebenso konnten Marcel Dietzsch (Projektleiter), Bernd Meißgeier und Tobias Albert, die für die Erweiterung der Betriebsanlage verantwortlich sind, von den Vorteilen des Mantsinen überzeugt werden, so dass einige Monate später der Zuschlag erfolgte. „Uns ist es auch wichtig, dass wir mit dem Service- und Kundendienstteam von Kiesel kompetente Ansprechpartner haben, die uns unterstützen“, erklärte Tobias Albert, Leiter Technik, bei der Übergabe der detaillierten Unterlagen und Handbücher. Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist zum Gelingen eines solchen Projektes absolut unabdingbar: So flogen die Verantwortlichen gemeinsam mit Henry Berthold und Mario Oehmigen, Serviceleiter der Kiesel Ost, auch zur Vorabnahme zum Kiesel-Partner Mantsinen nach Finnland und legten letzte Spezifikationen fest, so dass die Maschine nun perfekt den Anforderungen in Blankenstein gerecht wird.

Erschienen in: Kiesel Welt 2017-01